Behind The Screen

BEHIND THE SCREEN

HD, 2`50, 2013

Das Medium Film steht im Dienst einer offensichtlichen Intention: den Betrachter in eine imaginäre Welt zu entführen und ihn die Leinwand vergessen zu machen. Was aber, wenn dieser magische Prozess gestört wird und der Zuschauer immer wieder daran erinnert, dass alles, was er wahrnimmt nur Schein ist: er sieht Licht – und hinter vielen Pixeln keine Welt? Die Arbeiten der Ausstellung „Behind the Screen“  fokussieren sich auf den faszinierenden Moment des Verschwindens: vor, auf oder in der Leinwand; die simplen Handlungen der vor der Kamera agierenden Künstlerin erzeugen eine magische Wirkung:

Johanna Reich arbeitet mit einer kurzen Filmsequenz aus Billy Wilders Film “Some like it Hot” (1959). Das Fimbild zeigt ein Close-Up Marilyn Monroes, die den legendären Song “I wanna be loved by you” performt. Zu hören ist jedoch nur Stille, die von einem klopfenden Geräusch unterbrochen wird: Die Leinwand wird Pixel für Pixel von hinten aufgestochen. Durch die Löcher fällt gleißendes Tageslicht, das das Gesicht der singenden Ikone zu überstrahlen beginnt. Mehr und mehr Löcher lassen das Gesicht Marylin Monroes verschwinden, bis ihr Anlitz vollständig durch Licht ersetzt ist. Zwei Welten treffen hier aufeinander – das magische Dunkel der Kinoprojektion löst sich Punkt für Punkt im grellen Tageslicht auf, eine Ikonke aus Licht auf der Leinwand verschwindet im Licht hinter der Leinwand. Der Film “Some like it hot” markierte den Höhepunkt von Marilyn Monroes Karriere, 1962, drei Jahre nach seinem Erscheinen stirbt sie.


  Fragmente | BEHIND THE SCREEN

Serie von drei Fotos, C-Print, 40 x 60, 2013

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