THE ETHICS OF CODING

L`origine du monde, Gustave Courbet, 1866

Während der letzten Jahre wurden auf Facebook unzählige gepostete Kunstwerke wie “L`origin du Monde” von Courbet, “Grande Odalisque” von Ingres oder die “Geburt der Venus” von Botticelli aufgrund von Nackdarstellungen auf den Bildern zensiert. Programmierte Strukturen, die zum Schutz vor Pornographie entwickelt wurden, fungieren nun dazu, dass Bilder der Kunst und Kulturgeschichte aus sozialen Netzwerken verschwinden. In ihrer Videoperformance “The Ethics of Coding“ fertigt Johanna Reich 12 Tuschezeichnungen an, die die zensierten Stellen auf den Bildern markieren.

Dies wirft zahlreiche Fragestellungen auf, angefangen damit, wer vor welchem sozialen, kulturellen, ethischen, politischen Hintergrund für wen welche Codes programmiert und inwieweit die Strukturen nach denen ein Algorithmus arbeitet, überhaupt einsehbar sind. Ein zweiter Blick auf die zensierten Bilder weist auf eine weitere Debatte hin: Bei den meisten europäischen Gemälden handelt es sich um die passive Darstellung einer unbekleideten Frau gemalt für den Mann als Betrachter. John Berger beschreibt diesen Blick in seinem Essay “Ways of seeing” als aktiv-passives Muster: “men act and women appear. Men look at women. Women watch themselves beging looked at.”


During the last years Facebook’s algorithm censored countless art historical nudes. Paintings such as Manets‘s „Olympia“, Ingres‘s „Grande Odalisque“ or Botticelli‘s „The Birth of Venus“ have been censored by Facebook because of nudity. Programmed algorithms coded to detect pornography are now used to banish images of art and cultural history from social networks. In her video performance „The Ethics of Coding“ Johanna Reich produces 12 ink drawings, on which she marks the censored parts of the famous nudes.

The censorship by Facebook raises many questions referring to the ethics of coding: social networks form our society and values like transparency, data sovereignty, and the understanding of algorithmic procedures become indispensable.

A second look at the censored images draws the attention to another debate: Most European paintings are the passive portrayal of an unclothed woman painted for the male viewer. The english art critic John Berger describes this view in his essay „Ways of seeing“ as an active-passive pattern: „men act and women appear. Men look at women. Women watch themselves behing looked at.“

 

 

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