HEROINES @ Cologne

HEROINES

KUNST AN KÖLNER LITFAßSÄULEN
Das Projekt „Kunst an Kölner Litfaßsäulen“ ist eine Kooperation der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM), der Ströer Gruppe und der Stadt Köln. Die Arbeit „Heroines“ ist bis zum 13. März 2016 zu sehen.

Die zentrale These des Kulturanthropologen René Girar lautet, dass der Mensch durch Nachahmung lerne und die Kultur ein einziger Prozess der mimetischen Vermittlung sei. Durch das Begehren eines anderen Menschen wird ein Objekt erst begeherenswert und es entsteht Rivalität. In ihrem Projekt „HEROINES“ fragt Johanna Reich junge Mädchen in bildnerischen Experimenten nach ihrer Identität.

Die Teilnehmerinnen berichten, welche Personen für sie aufgrund von Charakter, Lebenslauf oder einer speziellen Begabung faszinierend finden und wählen ein Bild dieser Persönlichkeit aus. Dieses Bild wird auf das Gesicht der Teilnehmerin projiziert, die selbst ihr Haltung und Gestik auswählt und als fotografisches Portrait festgehalten. In der Verschmelzung von Projektion und Gesicht entsteht ein neues, eigenständiges Portrait, das seine Energie aus dem Spannungsfeld zwischen ikonenhafter Inszenierung und alltäglicher Gegenwart schöpft; es entsteht eine Heroine, benannt nach den Halbgöttinnen der Antike.

„…Die Arbeit Heroines nimmt sich die in den Traumfabriken und den Massenmedien erzeugten Bilder und führt vor Augen, wie sich idealisierte, gleichzeitig weit entfernte Persönlichkeiten, mit den Identitäten junger Mädchen vermischen. Sie weist auf den eigentlich innerlich ablaufenden Prozess der Identitätsbildung hin, der in Kindheit und Jugend verstärkt stattfindet. Die Orientierung an inszenierten Rollenvorbildern, etwa aus dem Showbusiness, ist einerseits Mittel zur selbstbestimmten Persönlichkeitsentwicklung andererseits ist es Spiel mit der Illusion. […]“
Julia Sprügel, Heroines (Halbgöttinnen)

Die Begegnung zwischen den neuen und den alten Medien steht bei „Kunst an Kölner Litfaßsäulen“ im Zentrum: Im Zuge der Vergabe des Hauptpachtvertrags in Köln werden zahlreiche Säulen für Markenwerbung im Kölner Stadtraum zu hinterleuchteten City-Light-Säulen umgerüstet. Anlässlich dieses sukzessiven Umbaus nimmt sich die KHM die künstlerische Inszenierung des berühmten Massenmediums vor. Im Kontext des 25-jährigen Jubiläums der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) – und des 160-jährigen Jubiläums der Litfaßsäule – im Jahr 2015 wurde in Zusammenarbeit mit der Abteilung Kulturmedien der Ströer Media Deutschland GmbH und mit Unterstützung der Stadt Köln die Idee entwickelt, im Stadtraum Kölns Litfaßsäulen als Träger für künstlerische Werke zu nutzen. Von Oktober 2015 bis April 2016 werden über einen Zeitraum von ca. sechs Monaten an 200 im gesamten Kölner Stadtraum verteilten Litfaßsäulen wechselnde künstlerische Werke von KünstlerInnen aus 25 Jahren KHM, von Studierenden, AbsolventInnen und Lehrenden, präsentiert.

Das Projekt wurde unterstützt von bzw. besonderer Dank gilt:

Künstlerhaus Schloß Balmoral, Freundeskreis des Künstlerhauses Schloß Balmoral, Schülerinnen des Goethe Gymnasium Bad Ems, Markus Pfaff, Kay Quetlich, Schülerinnen der Peter Ustinov Gesamtschule Monheim, Justine Stempkowski, Kunsthalle Wilhelmshaven, Dr. Viola Weigel, Schülerinnen der Cäcilienschule Wilhelmshaven, Claudia Westerhoff, Sophie Mehrens, Jil Niehues, Schülerinnen der Integrierten Gesamtschule, Julia Göner, Leonie Heym, Annette Brendler-Heym, Julia Sprügel, Till Nachtmann, Kunsthochschule für Medien Köln, Heike Ander, Firma Ströer

Die drei „Heroines“: Sophie Mehrens, Jil Niehues, Kay Quetlich