RESURFACE IV/ LINES OF LIFE

RESURFACE VI/ LINES OF LIFE

30 prints, 20 cm x 20 cm, framed, 2020

For several years Johanna Reich has been working on the photo and video space installation Resurface (Part I -III), which is based on an archive of internationally renowned female artists of the 19th and 20th centuries who fell into oblivion within a male-dominated historiography. Through digitalization, her works and biographies are gradually reappearing on the Internet or have been put online by her team on Wikipedia, thus infiltrating male-dominated art history; Wikipedia functions here as a democratic approach that expands and rewrites the view of history. Johanna Reich’s archive currently contains information about 400 female artists.

LINES OF LIFE is explicitly concerned with the biographies of the female artists of the Resurface I-III project, which can be found on Wikipedia. The work transfers the digitally visible biographies of these artists into analog images. On each sheet you can see the vita of an artist in minute detail, printed in the smallest font size as a square on top of each other. Depending on the amount of information about this artist that exists digitally on Wikipedia, the square becomes blacker or more translucent.
The typographic principles of uniformity, continuity and linearity overlap here, language thus becomes a texture, an image.
The book „Utriusque cosmi maioris scilicet et minoris Metaphysica, physica atque technica Historia“ by the philosopher Robert Fludd from 1617 serves as a background. In the chapter on origin he begins with an illustration of the primordial substance „Hyle“, the equivalent of nothing, which he presents as a black square that lets light pass through like „threads through which tiny horizontal rectangles of light shine“. Johanna Reich takes up this idea: the artists‘ vitae form the origin of a „corrected“ and expanded historiography.

 

Seit mehreren Jahren arbeitet Johanna Reich an der Foto-und Video-Rauminstallation Resurface (Part I -III), die auf einem Archiv von international anerkannten Künstlerinnen des 19./20. Jahrhunderts basiert, die innerhalb einer männlich dominierten Geschichtsschreibung in Vergessenheit gerieten. Durch die Digitalisierung tauchen ihre Werke und Biografien nach und nach im Internet wieder auf bzw. wurden von ihrem Team auf Wikipedia online gestellt und unterwandern so die männlich dominierte Kunstgeschichte; Wikipedia fungiert hier als demokratischer Ansatz, der den Blick auf Geschichte erweitert und neu schreibt. In Johanna Reichs Archiv befinden sich z.Z. Informationen über 400 Künstlerinnen.
LINES OF LIFE beschäftigt sich explizit mit den Lebensläufen der Künstlerinnen des Resurface I-III Projekts, die sich auf Wikipedia befinden. Die Arbeit transferiert die digital sichtbaren Lebensläufe dieser Künstlerinnen in analoge Bilder. Auf jedem Blatt sieht man die Vita einer Künstlerin in minutiös in kleinster Schriftgröße als Quadrat übereinandergedruckt. Je nach Menge der Information die digital auf Wikipedia über diese Künstlerin existiert, wird das Quadrat schwärzer oder lichtdurchlässiger.
Die typographischen Grundsätze der Uniformität, Kontinuität und Linearität überlagern sich hier, Sprache wird so zu einer Textur, zu einem Bild.
Als Hintergrund dient das Buch „Utriusque cosmi maioris scilicet et minoris Metaphysica, physica atque technica Historia“ des Philosoph Robert Fludd von 1617. Im Kapitel über den Ursprung beginnt er mit einer Abbildung des Urstoffs „Hyle“, dem Äquivalent zum Nichts, welches er als schwarzes Quadrat darstellt, das Licht durchlässt wie „Fäden, durch die winzige horizontale Rechtecke des Lichtes durchscheinen“. Diesen Gedanken greift Johanna Reich auf: die Viten der Künstlerinnen bilden den Ursprung einer „korrigierten“ und erweiterten Geschichtsschreibung.


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