Exhibition "#femaleheroes" @ Galerie Priska Pasquer

RESURFACE

Installation: Videoprojektion auf Schaumfolie, 140 Polaroidfotos (Archiv in Erweiterung), 2016

Im Projekt „RESURFACE“ lässt Johanna Reich die Portraits von vergessenen Künstlerinnen des 19. und 20. Jahrhunderts wieder auftauchen. Unter den ausgesuchten Künstlerinnen befinden sich die Malerin Florine Stettheimer, die in den 1920er und 1930er Jahren mit ihren cinematographischen Bildern in der New Yorker Kunstszene bekannt wurde oder die Australierin Hilda Rix, deren Arbeiten 1911 im Pariser Salon ausgestellt wurden wie auch die finnlandschwedische Künstlerin Helene Schjerfbeck, die schon mit 17 Jahren ihre Bilder an die Finnische Kunstgesellschaft verkaufte.
Im Laufe von Johanna Reichs Recherche entstand eine Sammlung von 300 Künstlerinnen des 19. und 20. Jahrhunderts, die zu ihrer Zeit erfolgreiche und eigenständige Kunstpositionen vertraten, im Laufe der Geschichte aber in Vergessenheit gerieten. Die in verschiedenen Archiven ausfindig gemachten Künstlerinnen tauchen durch die fortschreitende Digitalisierung nach und nach im Internet auf und unterwandern so das durch männliche Künstler geprägte Bilder der Kunstgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Sie stellt die Frage danach, wie sich Geschichtsschreibung im Postdigitalen Zeitalter verändert hat: wurde sie früher durch Bücher fixiert, so wird sie heute durch das Internet generiert, was eine große Demokratisierung ermöglicht – und Bekanntes in Frage stellt.

Von über sechzig ausgewählten Künstlerinnenportraits fertigt Johanna Reich Polaroidbilder an und bildet den Prozess der Bildentwicklung mit der Videokamera ab. Kernstück der Videoinstallation „RESURFACE“ ist eine Projektion, die die Portraits der in Vergessenheit geratenen Künstlerinnen auf einer weißen Fläche für einen kurzen Moment auftauchen lässt. Als ergänzende Bildlegende fungieren die in langer Reihe angeordneten Polaroid-Portraits der Künstlerinnen samt eines biografischem Wikipedia Ausschnitts, der sich bei genauerem Hinsehen kaum entziffern lässt. Johanna Reich bietet dem Betrachter scheinbar eine Information an, entzieht ihm diese durch die Transformation vom digitalen ins physische Medium jedoch wieder.

  @jreich-9602

Installation view: #femaleheroes @ Priska Pasquer Gallery, Cologne, 2016

@jreich-9609

“RESURFACE“ makes portraits of forgotten female artists of the 19th and 20th century re-emerge. Among the selected artists one can find the painter Florine Stettheimer who was (in the 1920s and 1930s) well known in the New York art scene for her cinematic images or the Australian Hilda Rix, whose work was exhibited in 1911 at the Paris Salon as well as the Finland-Swedish artist Helene Schjerfbeck which sold already with 17 years her paintings to the Finnish Art society.

During Johanna Reichs resarch a collection of 300 “forgotten“ female artists of the 19th and 20th centuries arose. Bit by bit these female artists turne up in the internet and undermine the male dominated art history of the 19th and 20th century. From over sixty selected artists Johanna Reich made Polaroid photos and recorded the process of foto development with the video camera. The Polaroid portraits function as a caption including a biographical segment.

 

Installation View: Exhibition #femaleheroes at Priska Pasquer Gallery

The exhibition brings together works by JOHANNA REICH, CATRINE VAL, RADENKO MILAK and RUDOLF BONVIE. These works are supplemented by a cabinet exhibition featuring female portraits from the 1920s and 1930s.The various positions show the “image of women”, both from a public social viewpoint and an inner, personal perspective. The exhibition was curated by Jeanette Zwingenberger and Priska Pasquer.