Acrylic Paint, Canvas, LED lights, Haiku, 2022
In der modernen Kultur ist dieses Weltverhältnis stark durch die Wahrnehmung einer Trennung zwischen Natur und Kultur geprägt und Naturbeherrschung eng mit Ideen des technischen Fortschritts verknüpft. In den letzten Jahrzehnten sind das moderne gesellschaftliche Naturverhältnis und mit ihm unsere Entwicklungsvorstellungen in eine tiefe Krise geraten.
Der französische Philosoph Bruno Latour stellt die Trennung von Natur und Kultur seit den 80er Jahren in Frage, der Mensch und die Welt der Dinge sind nicht voneinander zu trennen, die Aktionen des Menschen habe direkt Auswirkungen auf die Erde, Natur und Mensch sind tief miteinander verwoben.

Der Arbeitszyklus HYBRIDS zeigt Leinwände aus Naturleinen, die mit wenigen Farbspuren bedeckt sind; hinter den Farbspuren leuchten in pulsierendem Rhythmus Worte aus Licht auf. Menschliches und Digitales sind in diesen Arbeiten untrennbar miteinander vorwoben:
Auf den Leinwänden sind per LED Leuchtschrift K.I. generierte Haikus zu sehen, die unter den menschlichen Farbspuren aufblitzen. Die K.I. wurde mit Informationen über das Weltverhältnis des Menschen zur Natur gefüttert: die Erklärungsmodelle zur Interpretation von Naturgewalten reichen über griechische Mythologie bis hin zum Klimawandel und vermischen sich in den Gedichten miteinander.
Wurden früher Naturgewalten und unerklärliche Phänomene den Göttern zugeschrieben, sind wir heute technikgläubig, versuchen die Auswirkungen des Klimawandels durch Algorithmen zu analysieren und einzudämmen und werden dadurch wieder zu einer Kraft, die uns und unsere Umgebung verändert. Mensch und Technik verschmelzen in der Serie HYBRIDS miteinander: die menschliche Geste der Flüchtigkeit hinterlässt eine Farbspur mit dem Wunsch, eine persönliche Spur zu schaffen, die als Grundlage für ein von einer K.I. generiertes Haiku über die globale Erwärmung und griechische Mythologie dient. Bei näherer Betrachtung haben die unbewusste menschliche Geste und die menschliche Reaktion auf den Klimawandel viel gemeinsam: Wie sehen wir uns mit dieser Erde verbunden? Wie sehen wir die Landschaft, die uns umgibt? Mit Unmengen von Daten versuchen wir, über den Klimawandel nachzudenken und eine künstliche Distanz zwischen uns und der Natur, die uns umgibt – dem ökologischen Wandel – zu schaffen.

68 projects berlin, 2022, Foto: Gerhard Haug


HYBRIDS

Acrylic Paint, Canvas, LED lights, Haiku, 2022

In modern culture, this relationship to the world is strongly characterized by the perception of a separation between nature and culture,
and mastery of nature is closely linked to ideas of technological progress. In recent decades, the modern social relation to nature, and with it our ideas of development, have entered a deep crisis.
The French philosopher Bruno Latour has been questioning the separation of nature and culture since the 1980s, saying that man and
the world of things cannot be separated, that man‘s actions have a direct impact on the earth, that nature and man are deeply intertwined.
The HYBRIDS work cycle shows canvases made of natural linen covered with a few traces of paint; behind the traces of paint, words made of light light up in a pulsating rhythm. The human and the digital are inextricably woven together in these works: Haikus generated by LED illuminated lettering A.I. can be seen on the canvases, flashing under the human traces of color. The A.I. was fed with information about man‘s world relationship to nature: the explanatory models for interpreting natural forces range from Greek mythology to climate change and intermingle in the poems. Whereas in the past forces of nature and inexplicable phenomena were attributed to the gods, today we are believers in technology, attempting to analyze and contain the effects of climate change through algorithms, and thus once again becoming a force that changes us and our environment.
Humans and technology merge in the HYBRIDS series: the human gesture of ephemerality leaves a trail of color with a desire to create a personal trail that serves as the basis for an A.I. generated haiku about global warming and Greek mythology. Upon closer examination, the unconscious human gesture and the human response to climate change have much in common: How do we see ourselves connected to this earth? How do we see the landscape that surrounds us? With reams of data, we try to think about climate change and create an artificial distance between us and the nature that surrounds us – ecological change.